Smarte Testautomatisierung durch Keyword Driven Testing (ISO 29119-5) und Künstliche Intelligenz

Etablierte Testmethoden wie Hardware-in-the-Loop (HiL) oder Fahrzeugtests eignen sich grundsätzlich sehr gut zur Validierung von Software und Hardware. Allerdings skalieren sie nur begrenzt mit einer steigenden Anzahl von Tests. Zwar ermöglichen HiL-Tests eine frühere Verifikation von Steuergeräten im Entwicklungszyklus verglichen zu Fahrzeugtests und erfordern dadurch weniger Aufwand, die Skalierbarkeit wird jedoch durch den Einsatz von Hardware-Ressourcen begrenzt. Zudem sind HiL-Prüfstände wartungsintensiv und benötigen umfangreiche Ressourcen wie Personal, Platz und Energie, die mit hohen Kosten verbunden sind.
Um die Kosten und den Ressourcenaufwand im Testprozess möglichst gering zu halten und gleichzeitig hohe Qualität zu gewährleisten, entwickelte ASAP das End-to-End-Validierungssystem TestSphere. Durch den Einsatz von TestSphere wird der Validierungsprozess teilweise in die virtuelle Welt verschoben und das Testdesign vereinheitlicht, sodass es sowohl auf SiL- (Software-in-the-Loop) als auch auf HiL-Systemen ohne größere Änderungen genutzt werden kann.
Abstraktion durch Keyword Driven Testing
Im Zentrum des HCLTech-Ökosystems steht TestSphere, eine fortschrittliche, keyword-gesteuerte Validierungssuite, die entwickelt wurde, um den Validierungsprozess für Automotive-Software zu optimieren und zu vereinfachen. TestSphere integriert mehrere Schlüsselkomponenten, darunter Requirements Management, Testdesign und plattformübergreifende Ausführung, und gewährleistet die Kompatibilität mit bestehenden Tools und Workflows.
Der in TestSphere integrierte Keyword Driven Testing (KDT)-Service gemäß ISO 29119-5 ermöglicht Testdesignern, die Testlogik klar von der konkreten Testimplementierung auf dem Testsystem zu trennen.
Durch die Verwendung von Schlüsselwörtern im logischen Testfall ergeben sich drei Hauptvorteile, die TestSphere nutzt:
Abstraktion vom eigentlichen Testsystem: Durch die Verwendung von Schlüsselwörtern bei der Erstellung von Testfällen können diese unabhängig vom Testsystem erstellt werden. Dies erleichtert die plattformübergreifende Automatisierung der Testfallausführung. Der KDT-Service implementiert logische Testfälle für spezifische Testsysteme ohne manuelle Schritte.
Standardisierung von Testschritten: Durch die Standardisierung von Testschritten mittels Definition einfacher und zusammengesetzter Schlüsselwörter wird die Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Testfalldefinition reduziert. Definierte Schlüsselwörter können in jedem Testfall wiederverwendet werden und erleichtern die Testfallerstellung auch für Nicht-Programmierer.
Modularität und Skalierbarkeit: Durch die Verwendung zusammengesetzter Schlüsselwörter können einzelne Testschritte zusammengefasst werden. Durch die Reduzierung der Testschritte werden Testfälle weniger komplex. Anpassungen und Fehlerkorrekturen können zusätzlich gleichzeitig auf alle bestehenden Testfälle angewendet werden, indem die Spezifikation eines zusammengesetzten Schlüsselworts geändert wird.
Das in TestSphere integrierte KDT-Framework bietet somit eine strukturierte und effiziente Methode zur Erstellung und Verwaltung von Testfällen, wodurch die stetig zunehmende Komplexität in kleinere Komponenten zerlegt, und die Handhabung erleichtert wird.
KI-gestütztes Testdesign mit LLMs in TestSphere
Neben der vereinfachten Erstellung manueller Testfälle ermöglicht die klare Struktur von KDT auch die Generierung von Testdesignvorschlägen durch Künstliche Intelligenz (KI) auf Basis eines lokal bei ASAP gehosteten Large Language Models (LLM).
Alle relevanten Daten zur Erstellung eines Testfalls, wie Anforderungen, verfügbare Schlüsselwörter oder regulatorische Dokumente, werden über eine Retrieval-Augmented Generation (RAG)-Pipeline dem LLM bereitgestellt und somit in den Prompt-Kontext eingebunden. TestSphere nutzt eine von ASAP entwickelte Gen-AI-Plattform, um sicherzustellen, dass Kundendaten geschützt bleiben und die ASAP-Infrastruktur nicht verlassen.
Die KI-Integration unterstützt:
Automatisierte Testfallerstellung: Dies ermöglicht die direkte, projektspezifische Erstellung von Testfällen.
Kontextbasierte Vorschläge: Die KI liefert Verbesserungsempfehlungen für Testfälle und Anforderungen basierend auf projektspezifischen Eingaben.
Unterstütztes Testdesign: Funktionen wie intelligente Autovervollständigung und kontextbezogene Unterstützung helfen Entwicklern und Testdesignern, effizienter zu arbeiten.
Testfallanalyse: KI-gestützte Analysen helfen, Lücken, Inkonsistenzen oder Optimierungspotenziale in der bestehenden Testlogik zu identifizieren.
TestSphere ist ein Beispiel dafür, wie KI-Lösungen von HCLTech und ASAP die Validierung in der Automobilindustrie deutlich vereinfachen und beschleunigen.
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